Archiv für März 2010


James Robertson – Der Teufel und der Kirchenmann

26. März 2010 - 16:59 Uhr

„Der Glaube gegen das was sich beweisen lässt“

Der Roman „Der Teufel und der Kirchenmann“ des schottischen Autors James Robertson behandelt ein Thema, das die Menschen schon seit Jahrtausenden beschäftigt. Gibt es einen Gott?
Der persbytanische Priester Gideon Mack ist ein hochgeachteter, glücklich verheirateter Mann, der eines Tages spurlos verschwindet. Seine Leiche wird Wochen später auf dem höchsten Berg Großbritanniens, Ben Nevis, gefunden. Durch glückliche Umstände erhält ein Verleger ein Manuskript, welches der Priester vor seinem Tod verfasst hatte. Es ist das Testament des Gideon Mack. Nur zögerlich entschließt sich der Verleger das Testament zu veröffentlichen. Ist es doch die Lebensgeschichte des Priesters und diese ist so völlig anders, als man es von einem Mann der Kirche erwarten würde. Weiterlesen »

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Einst als das Wasser…

16. März 2010 - 12:55 Uhr

Einst als das Wasser die Berge hinauffloss, die Sonne im Osten unterging, Luft nach Hyazinthen duftete, Zeit nicht in Sekunden gemessen wurde, Licht langsamer dahinkroch als der Schall, Vulkane Sterne ausspien, der Horizont keine Grenze darstellte für Himmel und Erde, Wüsten Paradiesen gleich blühten, Wolken am Boden schwebten, Feuer an den Polen atmete, Grau farbenprächtiger als der Regenbogen schimmerte, Jahreszeiten Wünschen entsprachen, Schnee geerntet wurde, Blaubeeren größer als Apfelsinen an turmtiefen Girlanden wuchsen, Rosenkohl besser als Schokoladeneis schmeckte, Spinat zartrosa glitzernd getrunken wurde, Orchideen tauchen, Gänseblümchen stärker als Eisen sein, Mammutbäume tanzen, Kakteen kuschelig aussehen, Pilze gemeinsam mit Fischen weinen, Katzen sprechen, Mücken Gedichte schreiben, Weiterlesen »

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Beziehungsdrama

12. März 2010 - 18:32 Uhr

Personen:
Er
Sie
Spanier
Priester

Die Szene ist in Andalusien

Er und Sie treten auf.
SIE: „Liebling, kannst du mir mal den Rücken eincremen?“
ER: „Hmm, wenn es denn sein muss.“
SIE: „Früher hast du mich noch sehr gerne eingecremt.“
ER: „Kann mich nicht erinnern. Ist es recht so, Madame?“
SIE: „Aua. Du bist echt ein Schlächter. Komm trink dein Bier. Ich frage lieber einen Einheimischen.“
ER: „Das möchte ich sehen. Glaubst du ernsthaft, dass dich einer eincremt? Hier lies lieber deine Klatschgeschichten.“
SIE: „Spinner. Ich werde diesen Beachboy fragen! Ola, senor!“ Weiterlesen »

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Raspelinchen

11. März 2010 - 23:38 Uhr

Es war einmal ein junges Mädchen, das war so arm, dass sie nichts weiter ihr eigen nennen konnte, als die Kleider die sie am Leibe trug. Dennoch ward sie immer mit einem Lächeln auf den Lippen gesehen, denn sie besaß etwas was ihr die Gunst des Königs schenkte.
Diese etwas trug sie immer zwischen ihren Lumpenkleidern. Es war ein Päckchen Raspelkäse. Deswegen kannte sie ein jeder nur unter dem Namen Raspelinchen. Weiterlesen »

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Gestalten auf einem nonnenüberfluteten Pier

9. März 2010 - 16:45 Uhr

Eintönigkeit hat ein Muster. Schwarz und Weiß. Egal wohin ich auch schaue. Das Muster bleibt gleich. Nur manchmal durchdringt eine andere Farbe dieses Schauspiel. Doch verschwindet diese alsbald inmitten der Nonnen und das alte Muster von Schwarz und Weiß beherrscht wieder das Bild. Leider. Doch eine Hoffnung hege ich. Das Ende des Piers. Dort vermute ich die Sonne. Kann sie beinahe spüren. Ich will dorthin, doch scheint es unmöglich. Wie soll ich zwischen all diesen Nonnen durchkommen? Wie? Ich weiß noch nicht einmal, wie lange ich hier schon verweile, mein Zeitgefühl ist vollends verschwunden. Die Wellen spülen an die hölzernen Masten und ich treffe eine Entscheidung. Es gibt nur eine Möglichkeit die Sonne zu erreichen. Ich muss mich mit dem Strom der Nonnen treiben lassen. Ein letzter Blick hinab vom Pier zum wild wogenden Meer und dann betrete ich das Schachbrett der Nonnen. Weiterlesen »

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Intolerante Idioten

9. März 2010 - 13:05 Uhr

Man kann erst drücken, wenn das hier leuchtet“, stieß Sabine wütend hinter zusammengepressten Zähnen hervor, während Ihr Finger auf den Nicht-leuchtenden-Knopf hämmerte. Sie hatte ihre Augen zu Schlitzen verengt und fixierte die lauernde Meute. Die Luft flirrte durch die in der Atmosphäre lauernde Spannung. Und dann schnellte urplötzlich eine Hand hervor in Richtung des Knopfes. Sabine stieß den Eindringling brutal hinfort. „Sind Sie blöde oder was? Ich hab doch gerade gesagt, dass das hier leuchten muss!“ Der Handvorschneller ließ seinen Kopf hängen und die Umherstehenden nickten, doch der hintere Teil bekam von alledem nichts mit. „Warum drückt denn keiner?“, schallte es von dort. „Ich sage es jetzt ein allerletztes Mal. Ich kann erst drücken, wenn der Zugführer die Türen freigibt!“ Die kleine Frau schrie es hinaus. „Seit 7 Jahren fahre ich mit dem öffentlichen Personennahverkehr! Ich werde doch wohl wissen, wann ich drücken muss. Sind denn hier alle unterbelichtet und intolerant? Können Sie alle nicht einmal ruhig warten, bis ich hier drauf drücke?“ Weiterlesen »

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William Shakespeare – Macbeth

8. März 2010 - 20:43 Uhr

Kann der Mensch seine Zukunft selbst bestimmen?

Was würden sie machen, wenn ihnen ihre Zukunft vorhergesagt werden würde? Einfach abwarten, bis das prophezeite in Erfüllung geht oder würden sie daraufhin arbeiten und womöglich das Schicksal provozieren? Kann der Mensch also mit seinem Willen alles erreichen, was er möchte? In dem gleichnamigen Stück von William Shakespeare glaubt Macbeth an den freien Willen.
Drei Hexen sind es, die dem Heerführer Macbeth erzählen, dass er dereinst der König von Schottland werden wird. Er mag es zunächst nicht glauben und möchte abwarten, doch seine Frau drängt ihn zu Taten. „Bist du zu feige, derselbe Mann zu sein in Tat und Mut, der du in Wünschen bist?“ Natürlich ist es Macbeth nicht. Wer würde auch der eigenen Frau widersprechen? Weiterlesen »

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