Archiv für Mai 2010


Lew Tolstoi – Anna Karenina

14. Mai 2010 - 14:03 Uhr

Liebe innerhalb gesellschaftlicher Konventionen

Wer das erste Mal den Roman Anna Karenina von Lew Tolstoi in Händen hält, dem werden sich unweigerlich einige Fragen aufdrängen. Lohnt es sich in überhaupt in unserer schnelllebigen Zeit ein Buch zu lesen, welches vor über hundertfünfzig Jahren in Russland geschrieben wurde und mehr als eintausend enggeschriebene Seiten enthält?
Mit den ersten Worten des Romans „Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede Unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich“, gerät der Leser hinein in die oberen Gesellschaften von Moskau und St. Petersburg und hier speziell in die Familie von Stephan Arkadjewitsch. Dieser hatte ein Verhältnis mit seiner Gouvernante und die Ehefrau ist dementsprechend gekränkt und am Boden zerstört. Dabei ist so ein Verhältnis genau das, wonach die höhere Gesellschaft hungert. „Warum erzählen sie mir nur so schlüpfrige Sachen? Nun und weiter?“
Anna Karenina, die Schwägerin der betrogenen Dolly ist es, die in das Haus kommt, um zu schlichten. Und diese Anna wird nicht nur von Dolly geschätzt, jeder ist von ihr begeistert und sieht in ihr ein strahlendes Vorbild, „…bewunderte er unausgesetzt Annas Schönheit, ihren Verstand, ihre Bildung…“, „Wie musst du doch glücklich sein, Anna. In deiner Seele ist alles klar und gut.“ Weiterlesen »

| Literatur