Archiv für Februar 2011


William Somerset Maugham – Der bunte Schleier

27. Februar 2011 - 16:33 Uhr

Die Wandlung einer oberflächlichen Frau

Eine oberflächliche, unselbstständige und nur auf Vergnügungen abzielende junge Frau, findet erst inmitten einer Choleraepidemie heraus, was es bedeutet zu leben und zu lieben.
William Somerset Maugham (1874-1965) ist in seiner Tätigkeit als Agent für den britischen Geheimdienst während des ersten Weltkrieges viel gereist. Diese Erfahrungen hat er in einigen seiner Bücher niedergeschrieben. Seine Reiseleidenschaft hat der studierte Arzt und Schriftsteller auch nach dem Krieg beibehalten.Viele seiner Romane und Kurzgeschichten spielen in Englischen Kolonien.
In „Der bunte Schleier“ erzählt W. Somerset Maugham von der fünfundzwanzigjährigen Kitty Garstin, die das gesellschaftliche Leben in der Londoner Society genießt, bis die dominante Mutter sie zu einer Heirat drängt. In die Enge gedrängt, heiratet sie schließlich den Bakteriologen Walter Fane und geht mit ihm nach China. Doch es ist von Anfang an eine unglückliche Ehe für sie. „Sie konnte nichts dafür, dass sie ihn nicht liebte.“ Während er sich um sie bemüht, beginnt sie eine Affäre. Doch ihr Ehemann kommt dahinter und ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihn in Gebiet zu folgen, indem die Cholera ausgebrochen ist. Weiterlesen »

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David Guterson – Schnee, der auf Zedern fällt

22. Februar 2011 - 16:58 Uhr

Viele leise fallende Worte

David Guterson lässt sich Zeit bei seiner Erzählung über den Mordprozess gegen einen Lachsfischer japanischer Abstammung. Er schildert das Inselleben mit der Enge und dem Rassismus wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg und vor allem vermag es der Autor den Geruch der Zedern aus dem Buch steigen zu lassen, doch der Erzählfluss verheddert sich oft in den ausschweifenden Schilderungen vieler Nebensächlichkeiten.
In dem Roman „Schnee, der auf Zedern fällt“, erzählt David Guterson die Geschichte des einarmigen Journalisten Ishmael Chambers, der in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts auf einer fiktiven Insel im Pudget Sound des Bundesstaates Washington lebt, auf der auch seit mehreren Generationen Menschen japanischer Abstammung leben. Hatten die amerikanischen Bewohner immer Vorbehalte gegen die Asiaten wurden diese nach dem zweiten Weltkrieg noch schlimmer und schlugen sogar in Hass um. „Schließlich war Krieg, und das änderte alles.“ Weiterlesen »

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Salman Rushdie – Luka and the fire of life

18. Februar 2011 - 17:44 Uhr

A philosophical journey into the heart of a magical world

In „Luka and the fire of life“ Samlan Rushide combines the virtual world with magic and creatures from various legends and myths. It‘ s a fairytale full of word-play, but also a philosophical story about Time and this makes it too complex for children or adults.
In 1990 Salman Rushdie wrote „Haroun and the sea of stories“ for his first child Zafar, now twenty years later he wrote another fairytale but this time for his second child the twelve year old Milan.
Luka the left handed hero of the story is twelve years old. „You are a child of many gifts.“ But he has always been jealous of his brother, because Haroun once took a journey to the sea of stories. But then one day on a night with a thousand stars his father Rashis Khalifa, the shah of blah, falls asleep, and seems never to wake up again. So the boy along with his pets, Bear the dog and Dog the bear finally makes his own journey. Weiterlesen »

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Evelyn

13. Februar 2011 - 21:53 Uhr

Der Zug hatte Verspätung. Bereits vor zehn Minuten hätte er auf Gleis drei dieses kleinen Ortes in Nordrhein-Westfalen einfahren sollen, doch der Regionalexpress war immer noch nicht auszumachen.
Ich drehte mich vom Bahnsteig weg und betrachtete ein junges Mädchen, das am Süßigkeitenautomaten eine Zahlenkombination eintippte, dann mit großen Augen beobachtete, wie die Maschine einen Schokoriegel nach vorne beförderte und dieser dann in den Schacht fiel. Sie jauchzte und schaute zu ihrem Vater hoch. Er zeigte kopfnickend auf das unterste Fach. Sie griff hinein und hatte kurze Zeit später den gewünschten Schokoriegel in der Hand. Augenblicklich machte sie sich ans Auspacken. Der Vater schob sie vorwärts, vorbei an einer Frau mit einem langen roten Mantel. Weiterlesen »

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Salman Rushdie – Harun und das Meer der Geschichten

12. Februar 2011 - 17:35 Uhr

Die Macht der Sprache und der Wünsche

„Harun und das Meer der Geschichten“ ist ein wunderbares Märchen für Kinder aber auch für Erwachsene, die sich nicht der Eintönigkeit der Wirtschaftswelt gebeugt haben und deren Phantasie ungebrochen ist.
Raschid Khalifa, der Schah von Bla, das Genie der Phantasie, lebt von seiner besonderen Gabe des Geschichtenerzählens. Dabei sprudeln aus seinem Mund immer neue fabelhafte Erzählungen über Hexen, Prinzessinen, Helden, Bösewichtern usw. Als sein Sohn Harun ihn einmal fragt, woher denn all diese Geschichten kommen, antwortet sein Vater: „Aus dem großen Meer der Geschichten.“ Doch eines Tages verlässt Soraya ihren Mann, den Genie der Phantasie und dann sagt Harun die Worte, die er am liebsten niemals gesagt hätte: „Wozu sind Geschichten gut, die nicht einmal wahr sind?“, fortan kann Raschid keine Geschichten mehr erzählen. Aus seinem Mund kommt nur noch ein Krächzen. Der Strom der Geschichten ist versiegt. Weiterlesen »

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Fjodor M. Dostojewski – Der Spieler

11. Februar 2011 - 07:43 Uhr

Alles auf eine Karte setzen

In dem Roman „Der Spieler“ hat Dostojewski seine eigene Spielsucht und die unglückliche Liebe zu einer Frau verarbeitet. Bei der Kürze der Erzählung gelingt es ihm aber nicht, diese beiden Themen fesselnd zu verarbeiten.
1866 hat Fjodor Michailowitsch Dostojewski die Arbeit an seinem Meisterwerk „Verbrechen und Strafe“ unterbrochen, um die Erzählung „Der Spieler“ zu schrieben. Darin verarbeitete er seine persönlichen Erlebnisse beim Roulette und die unglückliche Liebe zu einer Frau verarbeitet. In weniger als einem Monat hat er das Werk fertiggestellt.
Im Roman übernimmt der Lehrer Aleksej Iwanowitsch die Rolle von Dostojewski. Als Ich-Erzähler schildert er seinen Aufenthalt im fiktiven Roulettenburg. Seine Angebetet Polina behandelt ihn oft abweisend und er Weiterlesen »

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John Irving – Zirkuskind

8. Februar 2011 - 11:29 Uhr

Das Leben als Zirkus

„Zirkuskind“ Irvings achter Roman ist ein phantasievoller Roman, der sich in einigen Punkten von seinen anderen Romanen unterscheidet – es kommen keine Bären vor -, doch bleibt der Romancier sich in vielen anderen Dingen treu, vor allem beim Geschichtenerzählen.
Dr. Daruwalla ist ein in Bombay (Mumbai) geborener Orthopäde, der mit seiner Österreichischen Frau in Toronto lebt. Doch immer wieder kehrt er in sein Geburtsland zurück, vornehmlich um den chondrodystrophen Zirkuszwergen Blut abzunehmen. Eines seiner Hobbys ist neben dem Drehbuchschreiben, die Genetik. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gen zu finden, das verantwortlich ist für diese Art von Minderwuchs. Doch sein diesjähriger Aufenthalt wird überschattet von Morden, die in die Vergangenheit des Doktors zurückführen, dem Auftauchen eines Missionars und einer dildoschwingenden Amerikanerin. „Als der Fahrer sich umdrehte, schlug sie ihm den riesigen Penis mitten auf die Nase.“ Weiterlesen »

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