Archiv für November 2011


Mary Shelley – Frankenstein

23. November 2011 - 08:41 Uhr

Ein philosophischer Roman

Die Schaffung von Leben und die Verantwortung, die damit verbunden ist, thematisiert Mary Shelley in ihrem bekanntesten und zum Denken anregenden Buch „Frankenstein.“
Mary Wollstonecraft Shelley (1797-1851) hat Essays, Kurzgeschichten und Romane verfasst. Doch Berühmtheit erlangte sie wohl einzig durch ihren Roman „Frankenstein.“ Die Idee für diese ursprünglich als Kurzgeschichte angedachte Erzählung, hatte sie bei einem Urlaub am Genfersee, den sie mit ihrem Ehemann und Freunden, darunter der damals schon bekannte Dichter Lord Byron.
Eigentlich bezeichnet der Name Frankenstein den Wissenschaftler Viktor Frankenstein, doch oft wird mit dem Namen sein künstlich erschaffenes Wesen bezeichnet. Beigetragen haben dazu die vielen Verfilmungen des Romans. Eine der Bekanntesten dürfte die Version von 1931 sein. Boris Karloff spielt das aus Leichenteilen erschaffene Wesen, das ohne Verstand mordend, durch die Gegend zieht. Damit war Frankenstein lange Zeit auf die Gattung Horror festgelegt. Weiterlesen »

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George Bernard Shaw – Pygmalion

15. November 2011 - 17:40 Uhr

Whats in a language?

The famous play by George Bernard Shaw „Pygmalion“ is funny and diverting and it has a different and better ending – if you can call it an ending – than the later made musical and film „My fair lady.“
In Greek mythology Pgymalion was a sculptor who once made a lady statue. He made it so perfect and beautiful that he fell in love with his work. The godess Aphrodite heard his prayers for a wife such like the statue and she brought Galatea to life. Soon the sculptor and his work married and lived a happy life.
In George Bernard Shaws play „Pygmalion“, which was first on stage in 1913, the professor of phonetics, Henry Higgins, meets Eliza Doolittle who sells flowers. She has a very common dialect, „Ah-ah-ah-ah-ow-ow-oo-oo!!!“ The professor makes a bet, he wants to transform her in six months time from a poor girl into a duchess. She is just an experiment he has to accomplish. „It‘ s almost irresistible. Shes so deliciously low – so horribly dirty.“ Weiterlesen »

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Alles Gute zum Hochzeitstag

15. November 2011 - 16:44 Uhr

Fiona umwickelte den bicoloren Gartenzwerg mit dem blauen Cellophanpapier und verband die oberen Enden des raschelnden Materials mit einem zum Hausfrauenknoten gebundenen gelben Geschenkband. Errötend, ob der Anstrengung griff die hyperventilierende Frau nach ihrem 96-Chardonney und prostete dem verschnürten Däumling zu. Sie persönlich konnte diese winzigen, lächerlichen Gestalten nicht leiden, seien sie nun mono-, bi- oder gar multicolor. Aber das Präsent sollte ja auch ihren distinguierten Ehegatten beglücken.
Vor genau fünfundzwanzig Jahren gab Fiona dem Absolventen der Harvard-Universität, aufstrebendem Advokaten, Sohn einer honorabelen Gräfin und eines Virtuosen der Kinesiologie und Priapisten das Ja-Wort. Das war in diesen Jahren die bei weitem beste Partie, die Fiona, Tochter eines Appreteurs und einer adipösen, polymelien ¾-Helvetikern machen konnte. Weiterlesen »

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Geschichte eines Mannes, der ins Wasser sprang und der Tango in seine Lungen drang

13. November 2011 - 17:01 Uhr

Bedächtig, fast widerwillig setzte der Mann einen Fuß vor den anderen. Es schien, als ob der Körper des fünfunddreißig Jährigen sich wehrte, den Auftrag des Geistes auszuführen. Doch anders als damals bei Judas, war es diesmal der Geist, der nicht nur willig, sondern auch stärker war und so gelangte der schwitzende Mann schließlich an sein Ziel.
Er umfasste das kalte Steingeländer auf dem Dach des Bodemuseums und atmete mehrmals tief durch. Von hier oben hätte er die nächtliche Skyline von Berlin mit den prominentesten Vertretern Fernsehturm und Rotes Rathaus, sowie die tanzenden und lachenden Menschen an der Strandbar gegenüber des Museums sehen können. Doch der Mann ignorierte sie genauso, wie die Tropfen des trüben Spreewassers, die zu ihm emporgewirbelt wurden. Seine Augen und vielmehr noch seine Gedanken waren an einem anderen Ort und als sie wieder in die Gegenwart zurückkehrten, zögerte der Mann keine Sekunde, kletterte auf das Geländer, breitete seine Arme aus und sprang hinab.
In dem kurzen Moment des Fluges Weiterlesen »

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Catherine O‘ Flynn – Was mit Kate geschah

8. November 2011 - 11:48 Uhr

Der Verlust der jugendlichen Unschuld

Ein glänzendes Einkaufscenter mit seinen im Hintergrund lauernden trostlosen Versorgungsgängen steht im Mittelpunkt des Romans, der sich um Kindheitsträume und das fade Leben Erwachsener dreht.
Der deutsche Titel des Romans „Was mit Kate geschah“ und die Kurzinformationen auf der Rückseite suggerieren gewillten Lesern einen Kriminalroman. Dabei ist die Geschichte über das Verschwinden der zehnjährigen Kate im Jahre 1984 nur der Auftakt für den Roman, der der Frage nachgeht, was mit all den Träumen und Vorstellungen geschieht, die Kinder über das Leben haben. Wie ist das spätere Leben wirklich? „Dafür ist das Leben doch da, oder? Dass man die Zeit bis zum Tod rumbringt.“
Im Mittelpunkt des Romans steht die neu errichtete Shoppingmall mit all den prunkvollen, glänzenden Geschäften, die Menschen von der Wirklichkeit ablenken und zum stetigen Einkaufen animieren sollen. Alles wirkt sauber und perfekt, doch hinter den Fassaden ist eine Parallelwelt mit kahlen Versorgungsgängen und deprimierten Mitarbeitern. Weiterlesen »

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