Archiv für Januar 2012


Caleb Carr – Die Einkreisung

30. Januar 2012 - 09:01 Uhr

Spannender Thriller leider mit Schwächen

„Die Einkreisung“, ist ein spannender Roman, der geschickt historische Fakten und Personen in New York am Ende des neunzehnten Jahrhunderts mit der Jagd nach einem Serientäter verknüpft.
Der Historiker Caleb Carr bringt die Leser seines Romans „Die Einkreisung“ in die Stadt New York am Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Es ist eine aufregende Zeit, wenige Jahre nach Beendigung des Amerikanischen Bürgerkrieges, der im Roman zwar keine Rolle spielt, dafür aber viele bekannte Personen, wie die neureiche Familie Vanderbilt, die die Metropolitan Opera erbauen ließ, Paul Kelly, ein berüchtigter Gangster, der Kindermörder Jesse Pomeroy und der Begründer der Amerikanischen Psychologie William James. Es ist auch die Zeit der vielen Neuankömmlinge in das gelobte Land Amerika. Sie alle eint die Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch viele landen in dreckigen Absteigen, werden von den oberen Schichten ignoriert und von Verbrechern ausgenutzt. In diesem Milieu treibt ein brutaler Mörder sein Unwesen unter den Stricherjungen. Das Phänomen Serienmörder war auch acht Jahre nach den Morden von Jack the Ripper in London kaum bekannt. „Er war ihr Produkt, ihr schlechtes Gewissen…“ Weiterlesen »

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Das Meer auf ihrer Haut

25. Januar 2012 - 09:27 Uhr

Wären da nicht die summenden, piepsenden und etliche andere Geräusche ausstoßenden Maschinen, die durch mehrere Schläuche und Drähte mit ihrem Körper verbunden sind, und das in der Luft hängende Desinfektionsmittel, ja dann wäre es, als würde sie einfach schlafen.
Doch leider sind diese genannten Objekte, Geräusche und Gerüche tatsächlich vorhanden und nur der Blick eines Verliebten kann diese für einen Moment ausblenden. Er beugt sich hinab, küsst ihre Fingerspitzen, den Arm und sagt, Ich kann das Meer auf deiner Haut schmecken und seine salzigen Tränen fallen hinab auf ihren geschundenen Körper. Weiterlesen »

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Das Interview

23. Januar 2012 - 17:38 Uhr

Das Interview, das ich nachfolgend in einer Abschrift wiedergebe, habe ich vor einigen Tagen geführt. Ich veröffentliche es, weil mich meine Interviewpartnerin darum gebeten hat, um andere vor diesem Schicksal zu bewahren, wie sie anmerkte, aber auch weil die Geschichte sehr nach einem urbanen Märchen klingt.
An dem Tag an dem ich ihr begegnete, saß ich in meinem Büro in der angewandten Zoologie und las einen Artikel über die zunehmende Urbanisierung von Wildtieren, da stand diese Frau auf einmal vor mir. Sie lebte scheinbar schon seit einiger Zeit auf der Straße. Ihre Jeans war schmutzig und zerrissen, ihre Haare fettig und fransig, die Augen waren zwei dunkle Höhlen, die unruhig hin und her rollten. Weiterlesen »

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Frau Morell

16. Januar 2012 - 09:58 Uhr

Es ist kalt an diesem Januartag. Der Wind fegt über die dünne Eisschicht auf dem Teich und wirbelt einzelne Eiskristalle hoch, die die dürren, blätterlosen Zweige erzittern lassen und sich schließlich in der Luft zerstreuen.
Doch es ist nicht nur die Kälte, die die Menschen von einem Spaziergang in dem großen Tiergarten von Berlin abhält. Etwas fehlt an diesem Wintertag, etwas das die Kälte angenehmer macht und die trostlose Gegend verschönert. Es fehlt der weiße Flaum einer Schneedecke. Stattdessen bieten sich dem Auge nur nackte Bäume, braune Blätter und kahle Wiesen. Und zwischen den blätterlosen Zweigen sind in der Ferne gar kleine vorbeifahrende Autos zu sehen. Die Motorengeräusche werden vom Wind herangeweht und verdeutlichen einmal mehr, dass der Tiergarten inmitten der Großstadt Berlin liegt. Weiterlesen »

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H. G. Wells – The island of Dr. Moreau

14. Januar 2012 - 22:52 Uhr

The evil that science can do

Wells‘ more than a hundred years old book „The island of Dr. Moreau“ is an exciting story about the dangers when man ties to manipulate nature.
In the 21st century man discovered the structure of DNA – the nucleic acid that contains the genetic information of every known living organisms -, cloned a mammal and modified organisms genetically. This advances in science Herbert George Wells (1866-1946) could not foresee when he published his third novel, „The Island of Dr. Moreau“, in 1896. But his story about the sinister scientist feels more than a hundred years later no longer just like fiction. Weiterlesen »

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Der Geschmack von Erdnussbutter

10. Januar 2012 - 16:15 Uhr

Die beiden Männer betraten den kleinen Laden. Sie sahen den alten Mann hinter der Theke, der gerade einen Kunden bediente. Mit einem Kopfnicken von Maik gingen die beiden hinüber zu einem Regal, in dem Chips, Salzstangen und Gläser mit Erdnussbutter standen. Während Maik unruhig den Kunden betrachtete, griff Frank nach der Erdnussbutter.
Der alte Mann schaute zu ihnen hin, als der Kunde sein Geld verstaute und sich zum gehen wandte. „Sie mögen wohl Erdnussbutter?“, sagte er, „die habe ich gestern erst hereinbekommen.“
„Ich habe noch nie Erdnussbutter gegessen“, antwortete Frank automatisch und erntete einen abschätzigen Blick seines Freundes.
„Dann verrate ich ihnen ein Geheimnis. Erdnussbutter schmeckt niemals gleiche. Kommen sie, ich habe hier zwei Löffel. Sagen sie mir, wie sie schmeckt.“ Weiterlesen »

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