Archiv für Dezember 2013


J. M. G. Le Clézio – Pawana

31. Dezember 2013 - 17:22 Uhr

„Wie kann man wagen zu lieben, was man getötet hat?“

Pawana von Le Clézio ist eine kurze aber sehr bewegende Geschichte der Waljagd und fordert den Leser zum Nachdenken auf.
Einst durchstreiften unzählige Wale die Weltmeere, wurden von den Menschen als Leviathan, als Seeungeheuer gefürchtet. Doch nachdem der Mensch von der Frucht der Sünde gegessen hatte, verschwand allmählich die Angst und sein Respekt vor der Natur.
Der Mensch begann die Jagd auf alle Tiere und einige hat er erfolgreich ausgerottet, bei der Stellerschen Seekuh dauerte es weniger als dreißig Jahre. Die Jagd auf Wale hat schon im Mittelalter begonnen, doch das wahrliche Drama begann Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, als die Schiffe immer größer und die Waffen immer stärker wurden. Weiterlesen »

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Kenzaburo Oe – Verwandte des Lebens

23. Dezember 2013 - 22:18 Uhr

Traurigkeit, die Verwandte des Lebens

Oe erzählt vom Leben einer Frau, die viele Schicksalsschläge erleidet und schildert auch sehr viel von sich als Vater eines geistig behinderten Kindes.
Der Einstieg in Kenzabure Oes Roman „Verwandte des Lebens“ verläuft zunächst etwas holprig. Der Erzähler, ein Schriftsteller, schreibt über das Leben einer Frau, die kurz vor ihrem Tod steht. In mehreren Erinnerungen aus unterschiedlichen Zeiten zeichnet er ein erstes Bild von Marie. Dabei tauchen mehrere Personen, Orte und Handlungen auf, die etwas verwirren.
Zudem kommt hinzu, dass sich Oe für diesen Roman ein keineswegs einfaches Thema gewählt hat. Marie ist eine alleinerziehende Frau mit einem geistig behinderten Kind und hat zu diesem Thema eine eigene Sichtweise, „Die Wirklichkeit behindertet Kinder durch sentimentale, tränenverquollene Augen zu betrachten, anstatt sich ihr offen zu stellen, das hieße, sie zu armen, schönen Blöden abzustempeln, und führe letztendlich zur Zwangsarbeit und in den Rauch der Gaskammern…“ Weiterlesen »

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H. G. Wells – The war of the worlds

10. Dezember 2013 - 10:30 Uhr

Way, way the human beings are coming

„War of the worlds“, is not only the description of a fight between man and martians it is more a philsophical story which lets you think about life on earth.
In 1938 the New York Times wrote about Radio listeners who were in panic because they took a war play as fact. The panic might be more understandable with this things in mind. The world was on a verge of the second World War, most people did not hear the whole play and the director Orson Welles made a really good play which sounded absolut realistic like a special report with all the necessary ingredients: a professor explaning the unusual sights, a reporter live on the place were the action is, sounds of fighting and all this interupted by music and breakdowns.
It is nice to hear the play this days, but it is also nice to read the story on which the play based. „War of the Worlds“ was written in 1898 by H.G. Wells (1866- 1946). He studied Biology under Thomas Henry Huxley, so his novels e. g. „The Time Machine, The Island of Dr. Moreau“, are full of scientific and philsophical topics. Weiterlesen »

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Morgennebel

4. Dezember 2013 - 16:17 Uhr

Beim Blick aus dem Fenster war er da. Träge schob er sich über das Feld, verschluckte den Weizen, die Wacholdersträucher, das Haus des Nachbarn, das Kaninchen. Der Mann wartete, doch der kleine Nager kam nicht mehr heraus.
Er wandte sich ab vom Fenster, setzte sich an seinen Tisch, nahm den Kaffee und goss die Milch hinein. Das Weiß sickerte ins Schwarz, vermischte sich, veränderte den Kaffee.
Es scheint sich alles zu verändert zu haben. Hier in der Wohnung war immer ein Duft nach Holunder, dein Duft. Aber jetzt ist dieser Gestank da. Weiterlesen »

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