Yoko Ogawa – Das Geheimnis der Eulerschen Formel

25. Februar 2017 - 23:59 Uhr

Mathezauber

Mathematik spannend und liebevoll verpackt in eine Geschichte über einen Professor, der nur für seine Zahlen lebt, bis eine Haushälterin mit ihrem Sohn in sein Leben tritt.
Die japanische Schriftstellerin Yoko Ogawa hat ein besonderes Talent und damit ist nicht gemeint, dass Schreiben von fantastischen, herzerwärmenden und philosophischen Geschichten. Ihr besondere Begabung liegt darin, ein auf den ersten Blick für viele Menschen uninteressantes, trockenes Thema in eine Geschichte zu packen und den Leser die Leser dafür zu gewinnen.
In ihrem Roman, „Schwimmen mit Elefanten“ ging es um das Schachspielen, ein einsames oft langweiliges Spiel, doch Ogawa entdeckte den Zauber darin und so auch ihre Leser. Schachspielen sehe ich seitdem in einem anderen Licht.
In ihrem Roman „Das Geheimnis der Eulerschen Zahl“ ist es nun Mathematik. Ja, genau, Mathematik, ein Fach, das viele Schüler in zur Verzweiflung brachte. Doch man kann Zahlen auch lieben lernen. Weiterlesen »

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Grahm Greene – Das Herz aller Dinge

25. September 2016 - 08:56 Uhr

Ein Roman noir

In der schwülen Luft eines Westafrikanischen Landes erzählt Greene von Liebe und der Suche nach Frieden.
In manchen Gewässern gibt es Strudel, die den ahnungslosen Schwimmer langsam aber sicher immer weiter ins Blaue hinauszerren, bis es für einen Rückweg zu spät ist. So wird es dem Leser mit dem Buch „Das Herz aller Dinge“ von Graham Greene gehen.
Der Leser gleitet leicht in die Erzählung hinein, die irgendwo während des zweiten Weltkrieges in einem nicht genannten Land in Afrika spielt, Greene verbrachte etwa zwei Jahre in Westafrika, wo er für den Britischen Geheimdienst tätig war. Es ist schwül, die Sonne brennt. Major Scobie, der stellvertretende Polizeiinspektor, „Ist er nicht, der typische Stellvertreter? Der Mann, der stets die Arbeit macht?“ ist mit kleineren und größeren Kriminellen beschäftigt und vor allem mit seiner Frau. Beide sind katholisch und ihre Liebe zeigt sich nicht mehr in irgendwelchen Gesten, wie zärtliche Worte oder einer liebevollen Berührung. Es ist eine Liebe, die vergangen ist, vor Gott aber bestehen muss, hat er doch das Bündnis besiegelt und deshalb fühlt sich Scoby für seine Frau verantwortlich, immer bestrebt danch, dass sie keinen Grund zum Ärgern hat. Weiterlesen »

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José Saramago – Geschichte der Belagerung von Lissabon

16. August 2016 - 21:43 Uhr

Ein Geschichte der Belagerung der Menschen

Ein Korrektor wagt etwas ungeheures, er korrigiert nicht, sondern erfindet und setzt damit Ereignisse in Gang, die seinem Leben neue Liebe einhauchen.
Ein allein lebender Korrektor erledigt die ihm zugeteilten Aufträge stets gewissenhaft und pünktlich. Für seine Anmerkungen, Deleaturen und Korrekturen bedient er sich zum einen seines eigenen Wissens und zum anderen, den ihn umgebenden Lexika, Wörter-und Geschichtsbüchern. Menschlichen Kontakt hat er selten, seine Putzfrau und sein Arbeitgeber sind sein Kontakt zur Außenwelt.
Ein Buch über die Geschichte der Belagerung Portugals ist sein neuer Auftrag, eine routinemäßige Abschlusskorrektur und dennoch entwickelt sich die Geschichte anders als ursprünglich gedacht, also nicht nur die des Buches, das hier rezensiert wird, sondern auch die Geschichte des Korrektors. „Die Geschichte war reales Leben, war es in einer Zeit, als man sie noch nicht Geschichte nennen konnte.“ Weiterlesen »

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Otfried Preußler – Krabat

13. August 2016 - 23:09 Uhr

DIe dunkle Magie und die Liebe

„Krabat“ ist ein spannender Roman, für jüngere und junge gebliebene Menschen, der auf einer alten sorbischen Sage basiert.
Was kann man nicht alles an Absichten, Andeutungen, Hinweisen und Meinungen in Romanen finden. Es heißt dann, Wenn der Autor dies schreibt, so meint er doch damit eigentlich jenes. Schüler werden aufgefordert, das zu finden, das zu sehen, was der Lehrer sieht, womit er eigentlich meint, jeder sieht es so.
Dabei sind die Menschen so individuell, wie auch ihre Meinungen vielfältig sind. Und was man heute in einer Geschichte liest, kann schon morgen anders sein, denn wer Krieg und Liebe selbst erlebt, sieht die Dinge anders. Natürlich heißt es nicht, dass ein Leser, genau das aus der Geschichte liest, das der Weiterlesen »

| Literatur

Tilman Rammstedt – Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

12. Juli 2016 - 22:56 Uhr

Ein Spiel mit der Realität

Bruce Willis soll den ehemaligen Bankberater von Herrn Rammstedt aus einer brenzligen Situation befreien, deshalb schreibt ihm der Autor Mails und erzählt nebenbei wie es zu dieser Situation kommen konnte.
Das Ende eines Buches in einer Rezension zu erzählen, ist ein Fehler und dennoch werde ich es tun. Denn nichts weniger als ein glückliches Ende will Tilman Rammstedt in seinem Roman „Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters.“
Er will ein glückliches Ende, weil jeder ein glückliches Ende will. Aber vor allem, weil er seinen Bankberater längere Zeit studiert hat. Es ist ein Mann ohne Höhepunkte, „Bei einem unserer Termine im Park betrachtete mein ehemaliger Bankberater eine Pfütze, Pfützen sind die Ozeane des kleinen Mannes.“ Ein tragikomisches Leben benötigt ein glückliches Ende und dies gilt nicht nur für den Bankberater, sondern auch für Rammstedt selbst. Auch sein Leben, jedenfalls so, wie er es in seinem Roman schildert, könnte ein wenig Glück vertragen, Probleme mit der Frau, Verlag etc. Weiterlesen »

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Yoko Ogawa – Schwimmen mit Elefanten

29. März 2016 - 19:37 Uhr

Schachpoesie

Eine Geschichte über Schach. Harmonisch, voller Liebe, unterhaltsam bis zum Ende und darüber hinaus.
Schach ist ein einsames Spiel, obwohl zwei Menschen gegeneinander spielen. Jeder Spieler sitzt auf seiner Seite des Brettes und bevor ein Zug gesetzt wird, wird nachgedacht. So kann ein Spiel mehrere Stunden dauern. Für Betrachter liegt der Reiz am Spiel in den immer neuen Stellungen, die sich ergeben. Das Spiel kann überraschende Wendungen bringen oder aber langweilen, aber als poetisch wird es wohl kaum jemand beschreiben.
Doch der Japanischen Autorin ist genau dies gelungen. Ihr Roman „Schwimmen mit Elefanten“ lässt den Leser Schach in einem neuen Licht erscheinen. „Wie unfertig das Spiel des Jungen auch gewesen sein mochte, das Orchester seiner Figuren erzeugte einen Klang, der einen tief im Herzen traf und Sehnsucht nach einer noch schöneren Partitur weckte.“ Weiterlesen »

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Haruki Murakami – 1Q84 Teil 3

8. Januar 2016 - 20:54 Uhr

Eine leider mehr als mittelmäßige Geschichte

Der dritte Teil der Geschichte von Aomame und Tengo bietet über viele Seiten leider nur Langeweile, nur manchmal entsteht Spannung.
Dies ist ein Plädoyer, sich beim Lesen Zeit zu lassen und Bücher, die in mehreren Teilen erscheinen, nicht ohne Pause hintereinander zu lesen, auch wenn es schwer fällt und der folgende Band bereits im Regal wartet. Denn natürlich möchte man wissen, wie die Geschichte weitergeht und es ist nicht leicht, aus einer Welt wieder in die ursprüngliche Welt zurückzukehren, doch wird der Lesespaß durch Pausen um einiges bereichert.
Haruki Murakamis 1Q84 Teil 1 und 2 (erschienen in einem Buch) habe ich ein Jahr vor dem abschließenden 3 Teil gelesen. In der ersten Rezension schrieb ich, Murakami erzählt nie langweilig, aber manchmal leider seicht und bemüht, von zwei Liebenden, die durch phantastische Ereignisse zueinander geführt werden. Und so bleibt am Ende dieses Buches die Spannung und die Erwartung auf den abschließenden dritten Teil von 1Q84. Weiterlesen »

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